Entstehung der Windskala für Seefahrer,
bekannt als Beaufortskala.

Die Beaufort-Skala stammt nicht von Francis Beaufort (1774–1857). Bereits Tycho Brahe hatte versucht, die Windstärken zu kategorisieren. Der Ingenieur John Smeaton charakterisierte sie erstmals im Jahr 1759 durch ihren Effekt auf Windmühlenflügel.

Der damalige Hydrograf und ab 1795 Erste Hydrograf der Admiralität, Alexander Dalrymple, machte John Smeatons Skala in der Seefahrt bekannt. Dalrymples Version enthielt zwölf Windstärken, die von 1 „schwacher Luftzug“ bis 12 „Sturm“ reichten. Alexander Dalrymple publizierte seine Skala, die ausdrücklich für die Verwendung in Logbüchern vorgesehen war.

Francis Beaufort lernte Alexander Dalrymple's Skala von 1779 kennen. Zeit seines Lebens führte er ein umfangreiches Tagebuch, in dem er unter anderem das Wetter festhielt. Im Januar 1806 trug er hier die Worte ein: „Fortan werde ich die Stärke des Windes gemäß folgender Skala schätzen, denn nichts vermittelt eine unklarere Vorstellung von Wind und Wetter als die alten Ausdrücke mäßig und bewölkt, etc.“ Es folgt eine Skala von 1 bis 13, die von „Windstille“ bis „Sturm“ reicht. Am 14. September 1807 legte er ein neues Tagebuch an, in dem er die Windskala gemäß seiner Einschätzungen notierte. Daraus verbesserte er die Skala, indem er hinzufügte,

wie sich die Windstärke an den Segeln einer vollgetakelten Fregatte erkennen ließ.

Nachdem Sir Francis Beaufort 1829 Hydrograf der Admiralität geworden war, gab er seine verbesserte Skala an alle weiter, die sich dafür interessierten. Ende 1838 gab die Admiralität eine Anweisung heraus, mit der diese verbindlich eingeführt wurde.

Erst 1906 schuf der britische Wetterdienst die Version der Skala mit 13 Stufen, die als Beaufortskala bekannt geworden ist. Hier wird etwa Windstärke 0, also Windstille, dadurch charakterisiert, dass Rauch vertikal aufsteigt. Bei Windstärke 2, einer „leichten Brise“, wird der Wind auf dem Gesicht spürbar und Blätter rascheln. Dazu wird die jeweilige Windgeschwindigkeit angegeben. In dieser Version ist die Beaufort-Skala in zahlreiche Wörterbücher und Enzyklopädien aufgenommen worden. 1927 formulierte der deutsche Kapitän Peter Petersen die ursprüngliche Skala von Beaufort für Zwecke der Seefahrt um, weil Segel in der Schifffahrt keine große Rolle mehr spielten. In der Petersen-Seegang-Skala wird die Wirkung des Windes auf die See beschrieben. So bilden sich bei Windstärke 6, „starker Wind“, große Wellen von 2,5 bis 4 Meter Höhe, überall sind ausgedehnte, weiße Schaumkämme zu sehen; es gibt etwas Gischt.

1935 wurde die Beaufortskala auf der Ersten Internationalen Meteorologischen Konferenz in Brüssel als allgemein gültig angenommen und 1946 auf Beschluss der Internationalen Meteorologischen Organisation noch einmal um 5 weitere auf insgesamt 18 Stufen erweitert:

  • Windstärke 12: Windgeschwindigkeit: 64–71 kn bzw. 118–133 km/h, statt bisher >117
  • Windstärke 13: Windgeschwindigkeit: 72–80 kn bzw. 134–149 km/h
  • Windstärke 14: Windgeschwindigkeit: 81–89 kn bzw. 150–166 km/h
  • Windstärke 15: Windgeschwindigkeit: 90–99 kn bzw. 167–183 km/h
  • Windstärke 16: Windgeschwindigkeit: 100–108 kn bzw. 184–202 km/h
  • Windstärke 17: Windgeschwindigkeit: ≧109 kn bzw. ≧203 km/h

Die Nachfolgeorganisation World Meteorological Organization hat die erweiterte Beaufortskala im Jahre 1970 wieder auf die traditionelle 12-teilige Skala reduziert.

Alles in allem jedoch gibt es von dieser Beaufortskala – keine wirklich verbindliche Version, so dass sie auch weiter in vielen verschiedenen Varianten verwendet wird. Professionelle Meteorologen messen die Windgeschwindigkeit daher stets direkt mit einem Anemometer und greifen nur im Notfall auf die Beaufortskala zurück.